Nichts überzeugt mehr als die Praxis. Die Teilnehmer des Masterlehrgangs „KlimaHaus“, der heute an der Universität Bozen gestartet ist, absolvieren erstmals einen praktischen Ausbildungsteil in Südtirols Zimmereibetrieben. Die Initiative dazu kam von der Berufsgemeinschaft der Zimmerer im Landesverband der Handwerker (LVH).
Der Master „KlimaHaus“, den die Freie Universität Bozen heuer bereits zum dritten Mal anbietet, richtet sich an Planer, Architekten und Ingenieure. Ziel des Masters ist die Vermittlung von Kompetenzen in der Planung und Koordinierung der verschiedenen Arbeitsschritte im Klimahausbau und -umbau. Von 3. bis 7. März erhalten die Teilnehmer des Unilehrgangs Einblicke in die Praxis. In zwei Gruppen zu je zehn Teilnehmern werden sie in den beiden Zimmereien Aster Holzbau in Jenesien und Heinrich Brugger in Vahrn von erfahrenen Zimmerer-Fachleuten geschult und bauen ein Modellholzhaus nach Klimahausstandard.
„Die Teilnehmer sehen dabei, wie man ein Holzhaus vom Fundament bis zum Dachstuhl nach modernen energetischen Standards fertigt“, sagt Norbert Hofer, Obmann der Zimmerer im LVH. Spezielles Augenmerk soll auf mögliche Fehlerquellen gelegt werden, etwa in den Bereichen Luftdichtigkeit, Schallschutz oder Kondenswasserbildung. Das fachliche Know-how erhalten die Studenten von den Fachhandwerkern Norbert Hofer, Albert Aster, Alois Innerhofer, Heinrich Brugger, Markus Lobis und Andreas Prada.
LVH-Direktor Hanspeter Munter erklärt die Beweggründe der Beteiligung am Masterlehrgang „KlimaHaus“: „Die Fachhhandwerker stellen ihr Fachwissen im energetischen Bauen mit Holz zur Verfügung und bauen im Gegenzug optimale Kontakte zu den zukünftigen Holzhausplanern auf“. Nicht zuletzt sei die Zusammenarbeit mit den Technikern interessant, um für die Zukunft gemeinsam neue Akzente im energiesparenden Bauen zu setzen, so der LVH-Direktor.
Die Universität könne den Teilnehmern des Masters einen Praxisbezug auf hohem Niveau bieten. „Der Lehrgang mit praxisnahen Ausbildungselementen trägt dazu bei, dass gut ausgebildete Techniker die Anforderungen der Wirtschaft erfüllen werden“, sagt Cristina Benedetti, Professorin und Koordinatorin des Masterlehrgangs.
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