Ein hoher Holzbau-Anteil kann massgeblich dazu beitragen, dass unser Land seine Energie- und Klimaziele erreicht. Die Waldnutzung steigt in der Schweiz jedoch nach wie vor zu langsam, und die Holzbau-Quote liegt erst bei zirka 15%. Lignum ruft deshalb die öffentliche Hand als Hauptbesitzerin von Wald dazu auf, die einheimische Ressource massiv stärker zu nutzen und einen Holzbau-Anteil von 50% bei ihren Bauvorhaben anzustreben.
Im Schweizer Wald wachsen Jahr für Jahr fast 10 Millionen Kubikmeter Holz nach. Konkret: Alle zwei Minuten stellt die Natur im Wald das Holz für ein grosszügiges Einfamilienhaus bereit. Jede Stunde wächst genug Holz für ein Bürogebäude mit 50 Arbeitsplätzen und Attikawohnungen in Holzrahmenbauweise.
Der Wald als perfekte Solarfabrik erzeugt bei der Produktion von Holz keine Treibhausgase. Im
Gegenteil: Jeder Baum speichert mit seinem Wachstum CO2. Werden die Bäume geerntet und ihr Holz zu langlebigen Produkten verarbeitet, bleibt der Kohlenstoff über viele Jahrzehnte fixiert. Im hiesigen Gebäudepark lagert netto schon ein ganzer Schweizer Jahresausstoss an CO2 in Form von Holz. Holz wird aber auch mit geringem Energieaufwand bereitgestellt und verarbeitet. Das spart CO2-Emissionen im Vergleich zu anderen Materialien. Eine vermehrte Verwendung des Rohstoffs Holz im Bauwesen als Ersatz für energieintensive Stoffe könnte gegen ein Viertel der Schweizer Kyoto-Verpflichtungen abdecken.
Darüber hinaus entstehen die wirtschaftlichsten und energieeffizientesten Gebäude heute im Holzbau oder in Mischbauweisen mit Holz. Der Holzbau ist führend in der Umsetzung von Minergie-P-Eco. Dieser Spitzenstandard bürgt für tiefsten Energieverbrauch und ökologische Bauweise. Die ersten Gebäude, die ihm genügen, ein Mehrfamilienhaus in Köniz BE und zwei Bürobauten in Kemptthal ZH und Givisiez FR, entstanden im Holzbau – wie zuvor schon die ersten Minergie- und Minergie-P-Bauten.
Drei Viertel des Schweizer Waldes gehören der öffentlichen Hand – in erster Linie Gemeinden, daneben aber auch den Kantonen und dem Bund. Im langjährigen Mittel erntet die Schweiz nur etwas mehr als die Hälfte des jährlichen Holzuwachses, und die Holzbau-Quote liegt erst bei rund 15%. Lignum fordert deshalb die öffentliche Hand auf allen Ebenen dazu auf, ihre Vorbildfunktion wahrzunehmen und nicht nur die Holznutzung massiv zu steigern, sondern auch den Anteil von Holz an ihren Bauvorhaben konsequent auf 50% zu erhöhen.
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