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DWS ändert nach Kritik von ROBIN WOOD Forst- und Holzzertifikat


10.12.07

Die DWS Investment, eine hundertprozentige Tochter der Deutschen Bank-Gruppe, hat nach Kritik der Umweltorganisation ROBIN WOOD die Zusammensetzung ihres "DWS Go Global Forest and Timber TR Index Zertifikats" geändert. Die wegen ihrer Raubbaupraktiken stark in der Kritik stehenden Konzerne Aracruz Celulose und Gunns hat DWS aus dem Index gestrichen, nachdem ROBIN WOOD die Investmentgesellschaft dazu aufgefordert hatte. Auf Basis dieses Indexes hatte DWS im Oktober dieses Jahres das "DWS Go Global Forest and Timber TR Index Zertifikat" aufgelegt.

Der zugrunde gelegte Index beinhaltet "Unternehmen, die Wald besitzen und diesen bewirtschaften". Im ursprünglich veröffentlichten Verkaufsprospekt für das Zertifikat hieß es: "Der Großteil der ausgewählten Unternehmen wurde durch die international gültigen Gütezeichen für nachhaltige Forstwirtschaft FSC (Forest Stewardship
Council) oder SFI (Sustainable Forestry Initiative) zertifiziert. Diese Zertifikate werden an Unternehmen verliehen, die sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltige Forstwirtschaft betreiben. Vor dem Hintergrund der globalen Erwärmung ist die Bedeutung einer effektiven und nachhaltigen Wald- und Forstwirtschaft wichtiger denn je."

Bei einigen der im Index gelisteten Unternehmen ist ganz offensichtlich und aktuell das Gegenteil der Fall. Dies stellte ROBIN WOOD im November in einem Schreiben an DWS klar und forderte die Investment-Gesellschaft auf, besonders problematische Unternehmen sofort aus dem Index zu streichen. Dies betraf Aracruz Celulose aus Brasilien, das in zahlreiche Landrechts-Konflikte verwickelt ist, wie auch den australischen Konzern Gunns, der in Tasmanien großflächig Urwald zerstört und dort ganze Landstriche für ein neues Zellstoffwerk platt machen will.

Der ROBIN WOOD-Forderung ist die DWS nun nachgekommen. Außerdem hat DWS die oben zitierte Werbe-Passage aus dem Verkaufsprospekt ersatzlos gestrichen. "Die Entscheidung der DWS, mehrere Raubbau-Konzerne aus dem Index zu streichen und Kunden nicht mit leeren Ökoversprechen zu ködern, ist ein Schritt in die richtige Richtung", sagt Peter Gerhardt, Tropenwaldreferent bei ROBIN WOOD.

Darüber hinaus fordert ROBIN WOOD von Banken und Investmentgesellschaften, das Geld ihrer KundInnen nur dann in der
Forst- und Holzbranche zu investieren, wenn eine ökologisch verantwortungsvolle und sozial gerechte Forstwirtschaft betrieben wird. Dies garantiert aus Sicht vieler Umweltverbände nur der FSC -- wenngleich mit Einschränkungen. Keine Orientierung bieten die industrienahen Zertifikate, die unter dem Dach des PEFC zusammen gefasst sind. So sind z.B. die Konzerne Gunns und Aracruz nach einem vom PEFC anerkannten System zertifiziert worden und betreiben trotzdem Raubbau. Auch das von der DWS genannte nordamerikanische SFI-Zertifikat gehört zu den vom PEFC anerkannten Siegeln.

"Anleger sollten bei vermeintlich grünen Geldanlagen im Holz- und Forstsektor genau hinschauen", rät Peter Gerhardt. "Die globale Forstwirtschaft ist in vielen Fällen gekennzeichnet von Raubbau und Menschenrechtsverletzungen. Arglose Bankkunden können durch ihre Geldanlage schnell zu Mitfinanzierern internationaler Raubbaukonzerne werden. Das ist schlecht für die Umwelt und fürs Klima und unter Umständen auch ein Risiko fürs eigene Geld."



News-ID: 08B3FZ7S4R

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