Die Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD warnt
vor dem Kauf von Tropenholz-Gartenmöbeln. Denn das Holz dafür stammt
überwiegend aus südostasiatischen Ländern wie Burma, Kambodscha und Indonesien,
wo in rasantem Tempo tropische Wälder zerstört werden. Eine staatliche
Kontrolle des Holzeinschlags funktioniert dort nicht. Große Holzmengen werden
durch illegalen Einschlag gewonnen und in den Markt geschleust.
Zu Frühjahrsbeginn sind die Läden wieder voll mit Gartenmöbeln. Stichproben
von ROBIN WOOD haben ergeben, dass darunter viele Tropenholz-Produkte unklarer
Herkunft sind und zum Teil mit leeren Öko-Versprechen angepriesen werden.
So wirbt der Handelsriese WAL-MART für seine in Vietnam gefertigte
Gartenmöbelgarnitur aus der Holzart Red Balau mit dem Hinweis: "Aus nachweislich
kontrollierter Forstwirtschaft!". Als ROBIN WOOD um Belege dafür bat, schickte
der Lieferant von WAL-MART eine Woche später per Email eine Sammlung staatlicher
Dokumente auf Vietnamesisch. Daraus geht jedoch nicht hervor, ob die Dokumente
sich auf die Möbel beziehen, die WAL-MART zur Zeit anbietet.
Auch Karstadt macht fortgesetzt Geschäfte mit Tropenholzmöbeln ohne
glaubwürdiges Zertifikat. Verkauft werden indonesische Teakholz-Möbel mit einem
so genannten "Teak-Pass" samt "Garantie"-Erklärung. Darin heißt es: "Die
Plantagen stehen unter strikter staatlicher Aufsicht und Kontrolle. Umfangreiche
und kluge Aufforstungsprogramme sichern die Teakholzbestände für Generationen."
Tatsache ist jedoch, dass in den Teakplantagen in Indonesien wesentlich mehr
Bäume eingeschlagen, als nachgepflanzt werden. Außerdem wehrt sich die
lokale Bevölkerung gegen die Plantagen, weil das Land für den Anbau von
Nahrungsmitteln verloren geht.
Für wie dumm Handelsunternehmen ihre KundInnen verkaufen wollen, belegt das
Vorgehen der Lifestyle-Kette Butlers. Butlers verkauft Klappmöbel aus dem
Tropenholz Nyatoh. Es stammt vor allem aus Indonesien, wo - nach heutigen
Angaben von Bundesumweltminister Trittin - der illegale Holzeinschlag 73 Prozent
beträgt. ROBIN WOOD bat um einen Herkunftsnachweis für die Nyatoh-Möbel. Die
Firma faxte daraufhin ein Dokument aus dem Jahr 2002, das sich auf eine
Lieferung anderer Holzarten, nämlich Keruing und Bangkirai, bezieht.
ROBIN WOOD empfiehlt VerbraucherInnen Gartenmöbel aus heimischen Hölzern -
möglichst mit FSC-Zertifikat (Forest Stewardship Council). Hölzer wie Lärche
oder Robinie eignen sich gut für die Anwendung im Außenbereich und machen die
Verwendung von Tropenholz überflüssig.
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