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Diskussionsforum zum Thema „networks:European dimension“


31.03.05

Die Europäische Dimension, wie etwa in der Holzbranche, zeigt die Vernetzbarkeit von Wissen und Technik. Wie gehen wir aber mit dieser kleinen großen Globalisierung um? Dieser Fragestellung stellten sich in dem von der FH Salzburg, Standort Kuchl, Studiengang Baugestaltung Holz und proHolz Salzburg organisierten Diskussionsforum im Rahmen der Veranstaltungsreihe EMOTION:HOLZ Dr. Erich Wiesner, Präsident des FV der Holzindustrie, Roland Gruber, GF des Lehrganges Überholz in Linz, Mario Gagliardi, www.allevio.com bzw. Netzwerkdesigner, Franz Seidel, Vorsitzender arching Salzburg, Prof. Ursula Maier-Rabler, Leiterin ICT&S Salzburg und Dustin Tusnovics, Architekt und Studiengangsleiter BGH, unter der Leitung von Dr. Heinrich Breidenbach, Journalist, Salzburg.

Mario Gagliardi zeigte in seinem Impulsreferat die vielfältigen Möglichkeiten und Dimensionen von Netzwerken auf und sprach dabei über Netzwerke wie Internet, Transportnetz, Stromnetz, den Zellen - einem Netzwerk aus Molekülen, dem Gehirn - einem Netzwerk an Nervenzellen, über den Körper, den gesellschaftlichen und sprachlichen Netzwerken, dem Ökosystem bis hin zum Bauen, als ein Netzwerk von verschiedensten Gewerken.

Dr. Erich Wiesner zeigte am Beginn seines Impulsreferates beispielhaft anhand eines 30 m langen Fachwerkträgers das funktionierende Netzwerk an Stäben, Knoten, usw., die nur gemeinsam in der Lage sind, 5 Panzer im Gesamtgewicht von 150 Tonnen zu tragen. Noch nicht so perfekt vernetzt wie beispielsweise dieser Fachwerkträger ist die Holzbranche intern. So betonte er, dass die Schnittstelle der industriell organisierten und global agierenden Primärindustrie (Säge- und Plattenindustrie) und Komponentenindustrie (Brettschichtholzerzeuger, KVH, ) mit den kleinstrukturierten Anbietern von Lösungen für die Konsumenten (Zimmerer, Holzbauer) nicht genau definiert ist. Dies spiegelt sich in der Produktion von Produkten wider, die von den Kunden nicht nachgefragt werden. D.h., ein ganz wesentlicher Schritt in der nahen Zukunft muss eine vertikale Vernetzung über den Wertschöpfungsprozess sein.

Arch. Roland Gruber betonte in seinem Statement in Bezug auf den Lehrgang überholz, dass das Lernen des Zusammenarbeitens zwischen den verschiedensten Akteuren bei z.B. einem Bauvorhaben einen ganz wesentlichen Ausbildungsinhalt darstellen. Das Erlernen der Kultur des Zusammenarbeitens. Diese Arbeiten an Beziehungen ist vor allem im Baugeschehen ein ganz wesentlicher Punkt, um erfolgreich zu sein.

Arch. Franz Seidl hob die Architekten als Netzwerker, als Globalisierer hervor und unterstrich die Notwendigkeit von Netzwerken, um sich behaupten zu können. Ein Beispiel, bei dem auch das Netzwerken eine ganz wesentliche Rolle einnimmt, ist das von ihm vorgestellte Projekt und Netzwerk Bauen innovativ, bei dem grenzüberschreitend (Salzburg Bayern) durch das Zusammenarbeiten von versch. Akteuren neue Lösungen entwickelt bzw. das Bewusstsein für innovatives, nachhaltiges Bauen gesteigert werden soll.

Prof. Ursula Maier-Rabler als Kommunikationswissenschaftlerin bezeichnete das Netzwerken als eine kulturelle Fähigkeit, die teilweise mehr, teilweise auch weniger intensiv ausgeprägt ist. So fällt es den Personen in unseren Kulturkreisen beispielsweise nach wie vor schwer zu Netzwerken, weil wir diese Kultur des Teilens nicht gelernt haben. Teilen, d.h. also den anderen am eigenen Prozess teilhaben lassen und umgekehrt am Prozess des anderen profitieren muss erst gelernt werden. Wir müssen also lernen uns nach außen zu orientieren und gemeinsam Rahmenbedingungen schaffen, die im Interesse aller Partner sind.

Die Fachhochschule Salzburg, Standort Kuchl bzw. proHolz Salzburg sehen ihren Beitrag zum Netzwerken in der Installation bzw. Organisation von solchen Veranstaltungsreihen, so Arch. Dustin Tusnovics, Studiengangsleiter Baugestaltung Holz. Den angehenden Absolventen wird aufgrund ihrer umfangreichen und breit gestreuten Ausbildung eine ganz wesentliche Rolle in diesem Prozess des Netzwerkens zu teil, so Tusnovics weiter. Dass der übergeordnete Titel EMOTION:HOLZ nicht besser hätte gewählt werden können, spiegelte sich auch in der teilweise sehr emotional geführten Diskussion wider.

Weitere Gründe zur Intensivierung des Netzwerkens in der Holzbranche sind die nicht besser werdenden Konjunkturbedingungen in der Baubranche (Stagnation bzw. Rückgang und damit beinharter Verdrängungswettbewerb in Konkurrenz zu anderen Baustoffen) sowie auch die nach wie vor eminenten und nicht gerade holzfreundlichen Rahmenbedingungen wie Baugesetze, Ausschreibungen, usw.

Das Wissen der innovativen und forschungsfreudigen Holzbranche stellt primär Betriebsknowhow dar und muss noch mehr auf breiter Basis zur Verfügung gestellt werden. Standardisierungsmaßnahmen unter Aufrechterhaltung individueller Ansätze müssen das Ziel sein. Das Aufbauen von Beziehungen über die Branche hinaus sind entscheidende Maßnahmen um mit anderen Materialien gleichberechtigte Rahmenbedingungen zu schaffen, so DI (FH) Aigner von proHolz Salzburg.

Die Dimension des Netzwerkens auf den Punkt gebracht hat Frau Prof. Maier- Rabler in ihrem Schlussstatement, in dem sie betonte, das Netzwerken bereits in der Schule beginnen muss. Hier müssen bereits die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Weg vom linearen Denken über Ausbildung Abschluss Job, hin zum vernetzten Denken.

Netzwerken, eine große Herausforderung und Chance für die kleinstrukturierte Forst- und Holzwirtschaft, um national und global für die Herausforderungen und Aufgaben der Zukunft gerüstet zu sein.

Die nächsten Workshops widmen sich folgenden Themen:
07.04.05 Office: lebst du noch oder arbeitetst du schon? (frei nach IKEA)
21.04.05 zwischenRaum: innovations in wood (Forschungsrealitäten)
12.05.05 temporary architecture
02.06.05 third places: emotional architecture
16.06.05 light & shadow

Die Idee, auf hohem Niveau Wissen auszutauschen wird heute immer wichtiger. Die Studenteninitiative BGH_Lounge sieht es als ihre Aufgabe tief in diese Realität einzusteigen, um mit Personen aus der Wirtschaft, Politik, Industrie, Betrieben, etc. aber auch anderen Institutionen, Planern und Spezialisten aus den diversen Bereichen das eigene Netzwerk aufzubauen. Die Veranstaltungen finden an der FH-Salzburg, Standort Kuchl, in der BGH_Lounge statt und sind öffentlich zugänglich. Wir freuen uns auf ihren Besuch und vor allem auf eine rege Anteilnahme an den Diskussionen und Workshops.

 



News-ID: 08Y2RBNHK3

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