Große Diskrepanz zwischen Ergebnissen der Bundeswaldinventur und dem aktuellen Rohstoffangebot Anlässlich der Mitgliederversammlung des VDS am 20. Mai 2005 standen die aktuellen Marktentwicklungen und die absehbaren Strukturveränderungen der Branche im Mittelpunkt des Interesses. Großen Raum in der Diskussion nahm die zunehmende Diskrepanz zwischen dem im Rahmen der Bundeswaldinventur aufgezeigten Rohstoffpotenzial und dem tatsächlichen Angebot ein. Aus allen Teilen des Bundesgebietes wird über Probleme bei der Rohstoffversorgung berichtet. Die Betriebe beklagen die Zurückhaltung beim Angebot und die Bevorzugung von Rundholzexporten.
Nach wie vor ungeklärt ist auch die von der Sägeindustrie angesprochene Ungleichbehandlung und die daraus resultierende Wettbewerbsverzerrung bezüglich der Preis- und Mengenzusagen durch die bayerische Staatsforstverwaltung für das Investitionsprojekt in Landsberg/Lech und anderen Betrieben, denen entsprechende Zusagen für Kapazitätserweiterungen nicht gegeben werden. Zudem wird befürchtet, dass falsche Schlussfolgerungen aus der Bundeswaldinventur gezogen werden. Die Vorräte nach der Inventur stehen zunächst nur auf dem Papier. Ob sie aber auch tatsächlich mobilisierbar sind ist ungewiss. Insofern ist eine sachgerechte Information notwendig.
Die Exportentwicklung der deutschen Sägeindustrie setzt sich bei anhaltend schwacher Absatzentwicklung - insbesondere am heimischen Baumarkt - fort. Wie berichtet wurde, ist der Aufragseingang in der Bauindustrie in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 17,4 % eingebrochen. Das ist der schlechteste Start in ein neues Jahr seit Mitte der 90er Jahre. Gleichzeitig liegen die Baugenehmigungen für Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern im ersten Quartal 2005 um 38,5 % unter dem Vorjahresniveau. Bei dieser Situation erhält der Schnittholz-Export weiter zunehmendes Gewicht. Der Anteil des Auslandsumsatzes am gesamten Umsatz der Branche liegt inzwischen bei 34 %.
Am Nadelschnittholzmarkt ist als Folge höherer Rohstoffkosten damit zu rechnen, dass weitere Preisanhebungen erfolgen werden. Erlösverbesserungen konnte die Sägeindustrie vor allem bei Verpackungs- und Seitenware erzielen. Qualitativ höherwertige Sortimente, wie Hobelware und KVH sowie trockenes Bauholz in DIN-Qualität werden dieser Preisentwick-lung in den nächsten Wochen folgen. Der Druck durch höhere Rohstoff-, Diesel- und Mautkosten veranlasst die Sägeindustrie die Belastungen weiterzugeben, nachdem der Markt inzwischen eine deutlich verbesserte Nachfrage signalisiert.
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