Der Pfleiderer Konzern mit seinen Geschäftsbereichen Holzwerkstoffe und Infrastrukturtechnik erzielte in den ersten sechs Monaten des Jahres 2005 ein Umsatzvolumen von insgesamt 450,5 Mio. Euro und liegt damit um knapp 2 Prozent über dem Vergleichswert für den Vorjahreszeitraum (442,2 Mio. Euro). Das Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich mit 51,8 Mio. Euro um rund 12 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 46,2 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) belief sich auf 27,8 Mio. Euro (Vorjahr 26,4 Mio. Euro).
Das operative Vorsteuer-Ergebnis des Pfleiderer Konzerns (EBT der fortzuführenden Aktivitäten) konnte um gut 22 Prozent auf 19,7 Mio. Euro (Vorjahr 16,1 Mio. Euro) gesteigert werden. Im zweiten Quartal des Geschäftjahres 2004 hatte hauptsächlich der Verkauf der Business Unit Poles & Towers USA zu einem einmaligen Erlös in Höhe von 27,3 Mio. Euro geführt.
Der Auslandsanteil am Umsatz im Pfleiderer Konzern lag zum 30. Juni 2005 bei 57,9 Prozent gegenüber 52,7 Prozent zum 30. Juni 2004. Zur positiven Entwicklung des Ergebnisses vor Ertragsteuern trug erneut das verbesserte Finanzergebnis von - 8,2 Mio. Euro (Vorjahr - 10,4 Mio. Euro) bei. In der Summe erwirtschaftete der Pfleiderer Konzern in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2005 ein Nettoergebnis (= Ergebnis nach Steuern und nach Minderheitsanteilen) in Höhe von 7,1 Mio. Euro. Der um die Sondereffekte bereinigte Vergleichswert für den Vorjahreszeitraum liegt bei 5,0 Mio. Euro. Das Ergebnis der fortzuführenden Aktivitäten je Aktie konnte nach 7 Eurocent im ersten Quartal 2005 auf 17 Eurocent zum 30. Juni 2005 (Vorjahr 12 Eurocent) gesteigert werden.
Die Eigenkapitalquote im Pfleiderer Konzern blieb mit 29,2 % (Vorjahr 29,8 %) annähernd stabil. Die Konzernettoverschuldung erhöhte sich im bisherigen Jahresverlauf aufgrund geschäftsbedingter Schwankungen leicht auf 147,0 Mio. Euro (31.12.2004: 129,7 Mio. Euro). Zum 30. Juni 2005 waren im Pfleiderer Konzern insgesamt 4.412 Mitarbeiter (Vorjahr 4.341) beschäftigt.
Das Umsatzvolumen der Pfleiderer Holzwerkstoffe in den Monaten Januar bis Juni 2005 betrug in der Summe 382,3 Mio. Euro und liegt damit trotz der Marktschwäche, insbesondere im Bereich der Küchenmöbelindustrie etwa 1,1 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Davon erzielte die Business Unit West der Pfleiderer Holzwerkstoffe Umsatzerlöse von 273,6 Mio. Euro (Vorjahr 274,2 Mio. Euro.), die Business Unit East erreichte ein Umsatzvolumen von 109,5 Mio. Euro (Vorjahr 106,6 Mio. Euro). Gemindert wird der Anstieg der Umsatzerlöse nach wie vor durch den Wegfall der Absatzmengen aus der Rohspanproduktion im Werk Rheda-Wiedenbrück nach deren Stilllegung im August 2004. Die entsprechenden Umsätze, die in den Vorjahreszahlen noch enthalten sind, können auch durch die Ende 2004 neu hinzu gekommene MDF-Produktion am Standort Nidda nicht vollständig kompensiert werden. Im Ergebnis der Pfleiderer Holzwerkstoffe Deutschland zeigen sich zum einen die positiven Auswirkungen des höheren Preisniveaus sowie erste Erfolge bei Kosteneinsparungen, insbesondere im Personalbereich. Negativen Ergebniseffekten durch geringere Absatzmengen bei Rohspan und HPL sowie einen höheren Materialaufwand stehen höhere Verkaufserlöse und geringere Personalkosten gegenüber. Insgesamt erzielten die Pfleiderer Holzwerkstoffe im ersten Halbjahr 2005 ein Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen (EBITDA) von 51,5 Mio. Euro und verbesserten sich damit um fast 25 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (41,1 Mio. Euro).
Der Geschäftsbereich Infrastrukturtechnik, der im Wesentlichen die Geschäftsaktivitäten der Pfleiderer track systems umfasst, konnte im zweiten Quartal 2005 den witterungsbedingten Rückstand in der Geschäftsentwicklung zum Jahresbeginn 2005 aufholen und verbesserte sein Umsatzvolumen für das erste Halbjahr 2005 auf insgesamt 69,0 Mio. Euro (Vorjahr 62,0 Mio. Euro). Dieser Zuwachs ist zum einen die Folge einer verstärkten Instandhaltungstätigkeit der Deutschen Bahn, die zu einer stärkeren Nachfrage und zu steigenden Abrufen von Betonschwellen im nationalen Liefergeschäft führte. Zum anderen trugen auch die internationalen Projekte zu den steigenden Umsatz- und Ergebniszahlen bei. Insgesamt verbesserte der Geschäftsbereich Infrastrukturtechnik sein Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen (EBITDA) zum 30. Juni 2005 auf 8,7 Mio. Euro (Vorjahr 8,5 Mio. Euro).
Neben der Verbesserung ihrer operativen Geschäftstätigkeit hat die Pfleiderer AG im zweiten Quartal wichtige Weichenstellungen für die weitere Unternehmensentwicklung und die künftige strategische Ausrichtung vorgenommen: * Der erfolgreiche Abschluss der Verhandlungen zur Übernahme der Holzwerkstoff-Aktivitäten der Kunz Gruppe bringt für die Pfleiderer Holzwerkstoffe eine nachhaltige Stärkung ihrer Marktpositionen in Mittel- und Westeuropa und erschließt neue Produkt- und Kundensegmente. Zudem gelingt der Einstieg in den attraktiven nordamerikanischen Markt für Holzwerkstoffe und laminate flooring. * Mit dem angekündigten Verkauf der Pfleiderer track systems schließt der Pfleiderer Konzern seinen strategischen Umbau erfolgreich ab und fokussiert sich künftig ausschließlich auf den internationalen Ausbau des Geschäftsbereichs Holzwerkstoffe. * Die im Juni abgeschlossene Vereinbarung über eine Verlängerung der Regelarbeitszeit für die Mitarbeiter der Pfleiderer Holzwerkstoffe in Deutschland bringt eine spürbare Entlastung der Kostenstrukturen, verbessert die Wettbewerbsfähigkeit und sichert so Arbeitsplätze in Deutschland. Damit gelangen weitere Schritte in der Umsetzung der auf langfristiges und ertragsorientiertes Wachstum ausgerichteten Unternehmensstrategie, die vorrangig drei Zielsetzungen verfolgt: * Fokussierung der Aktivitäten und Verbesserung der Ertragskraft in Deutschland, * Teilhabe am dynamischen Marktwachstum in Osteuropa, * Eintritt in neue Märkte, sowohl regional als auch in neue Produktsegmente. Für die verbleibenden Aktivitäten geht der Vorstand der Pfleiderer AG für das zweite Halbjahr 2005 auf der Basis einer verbesserten Markteinschätzung von steigenden Umsatzerlösen gegenüber dem ersten Halbjahr aus. Deshalb bekräftigt er seine bisher, auf der Grundlage der aktuellen Konzernstruktur, geäußerten Erwartungen für die Umsatz- und Ergebnisentwicklung bis zum Jahresende 2005.
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