In einem Gespräch am 2. November 2006 mit dem parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), Herrn Dr. Peter Paziorek, hatten Vertreter des Deutschen Holzwirtschaftsrates (DHWR) Gelegenheit, Probleme der Branche anzusprechen und Lösungsmöglichkeiten zu erörtern. Beteiligt waren von Seiten der Holzwirtschaft der Präsident des DHWR, Herr Dr. Wilhelm Vorher, der Vizepräsident, Herr Heinrich Cordes, der Vorsitzende des Verbandes der Deutschen Holzwerkstoffindustrie, Herr Hubertus Flötotto und der Geschäftsführer des DHWR.
Vorrangige Themen waren: Die aktuellen Schwierigkeiten der Rohstoffversorgung, die Förderung der Holzmobilisierung, die Auswirkungen der Naturschutzgesetzgebung und die Probleme der Betriebe bezüglich der Einhaltung von Forderungen zur Begrenzung von natürlichen Inhaltsstoffen aus Holz und Holzprodukten. Außerdem wurden Anregungen der Holzwirtschaft für die deutsche EU-Ratspräsidentschaft vorgestellt.
Ganz im Mittelpunkt der Aussprache stand das alles beherrschende Thema der Rohstoffversorgung. Übereinstimmend wurde festgestellt, dass ein Abbau der ho-hen Vorräte nicht gegen Nachhaltigkeitsgrundsätze verstoßen darf. Dr. Paziorek verwies auf das Recht der Eigentümer, über die Nutzung ihres Waldes selbst zu entscheiden. Er sagte zu, dass sich sein Haus daran beteiligen werde, geeignete politische Gesprächsebenen zu nutzen und ggf. auch zu schaffen, um über notwendige Strategien für eine stärkere Rohstoffnutzung zu beraten. Er verwies dabei auf die konstruktiven Ergebnisse, die bereits im letzten Treffen des Gemeinsamen Ausschusses Forst und Holz beim BMELV erzielt wurden. Positiv bewertet wurde die Umsetzung der Charta für Holz, die weiter vorangekommen ist, als bei der Verabschiedung vor 2 Jahren erwartet.
Die aktuell starke Dynamik in der stofflichen Holzverwendung und die explodierende Nachfrage nach Energieholz müssen aber zu gemeinsamen konzertierten Anstrengungen von Forst- und Holzwirtschaft führen, um die Rohstoffgrundlage zu sichern, damit bereits getätigte sowie geplante Investitionen in der Holzwirtschaft nicht gefährdet werden.
Der Präsident des DHWR erläuterte Anregungen für die deutsche EU-Ratspräsidentschaft und stellte besonders den Wunsch der Branche nach Aufnahme der Forstwirtschaft in die EU-Verfassung heraus, um unkoordinierte Maßnahmen im Bereich der EU-Politik zum Nachteil von Forst- und Holzwirtschaft künftig zu vermeiden: Forst und Holz brauchen in Brüssel eine eindeutige Adresse. Der Staatssekretär zeigte großes Interesse an diesem Thema und sagte Gespräche mit seinen zuständigen Kollegen zu. Im übrigen wurde von den Vertretern der Holzwirtschaft die positive Rolle des BMELV gewürdigt, um die ressourcen- klima- und beschäftigungspolitische Bedeutung der Holzwirtschaft zur Entfaltung zu bringen.
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