Oberfrankens Möbelhersteller stellen vom 1. bis zum 6. Oktober 2005
ihre neuen Modelle der kommenden Saison vor. Die Hausmesse Oberfranken gilt als
das wichtigste Branchentreffen in der bundesweit bedeutenden Möbelregion um
Coburg. Rund 40 Aussteller erwarten die Vertreter der großen Einkaufsverbände
ebenso wie eine Vielzahl von Händlern aus dem In- und Ausland.
Bei den neuen Möbeln aus Oberfranken spielt innovatives Design eine große
Rolle. „Die Hersteller sind zunehmend designorientiert. Wurde in der
Vergangenheit mehr Wert auf neue Funktionen gelegt, so stehen jetzt
gestalterische Elemente im Vordergrund“, sagt Norbert Furche, Geschäftsführer
des Verbandes der Holzindustrie und Kunststoffverarbeitung Bayern/Thüringen.
„Wichtig ist dabei vor allem, sich von ausländischen Billigherstellern abzuheben
und nicht vergleichbar zu sein“, sagt Furche. Das geschehe vor allem durch hohe
Produktqualität und die Betonung eines modernen Designs, gepaart mit
traditionellen Modellen, die in großer Vielfalt angeboten werden. „Das Ziel der
Industrie kann nicht in immer günstigeren Preisen liegen, sondern muss
Kreativität, Marktpräsenz und jederzeitige Lieferbereitschaft sein“, so Furche
weiter.
Zur Steigerung der gestalterischen Wertigkeit oberfränkischer Möbel trage
auch die Zusammenarbeit der Industrie mit dem Designzentrum der Fachhochschule
Coburg bei.
In Oberfranken werden etwa knapp die Hälfte aller in Deutschland gefertigten
Polstermöbel hergestellt. Entsprechend dominieren die Polstermöbelhersteller
auch die Hausmesse. Jeder sechste Aussteller bietet jedoch andere Produkte an,
zum Beispiel hochwertige Flechtmöbel, luxuriöse Metallmöbel ebenso wie
Esszimmermöbel, Eckbänke und Massivholzmöbel. „Darin zeigt sich die
Vielseitigkeit der oberfränkischen Möbelindustrie“, so Verbandsgeschäftsführer
Furche.
Die Möbelindustrie ist für Oberfranken ein starker Wirtschaftsfaktor.
Gemeinsam mit ihren Zulieferbetrieben stellt sie jeden zehnten Arbeitsplatz in
der Region. Insgesamt sind rund 7.000 Mitarbeiter in der oberfränkischen
Möbelindustrie beschäftigt, davon arbeiten rund 5.300 in der
Polstermöbelindustrie. Die gesamte Möbel herstellende Industrie in Oberfranken
erzielte 2004 rund 925 Mio. Euro Umsatz. Rund 770 Mio. Euro davon entfielen auf
die Polstermöbelsparte.
Nach wie vor sieht sich die Branche angesichts der anhaltenden
Kaufzurückhaltung großen Probleme auf dem Inlandsmarkt gegenüber. „Leider
versucht sich der Handel nach wie vor in Preisaktionen zu übertreffen, die
allmählich die Ertragslage der Hersteller empfindlich schwächen“, kritisiert
Furche. Als Ausweg sieht die Industrie verstärkte Exportanstrengungen: Die
Exporte der oberfränkischen Polstermöbelindustrie machen bereits 20 bis 25
Prozent des Umsatzes aus. Einzelne Firmen haben bereits 40 Prozent Exportanteil
und können damit auch Umsatzeinbußen im Inland ausgleichen.
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