Mit Schreiben der Zertifizierungsstelle LGA Intercert, zuständig für die PEFC-Region Rheinland-Pfalz, vom 30.08.04 wurde einer Haubergsgenossen-schaft mit sofortiger Wirkung das Recht entzogen, als PEFC-zertifiziert aufzutreten und das PEFC-Label in jedweder Form zu nutzen. Die Haubergsgenossenschaft war als Mitglied einer Forstbetriebsgemeinschaft seit November 2000 nach PEFC zertifiziert. Grund für den Zertifikatsentzug war der Kahlhieb eines mittelalten Fichtenbestandes. Der Kahlschlag war im Rahmen einer Kontrollstichprobe durch den forstlichen Gutachter der LGA Intercert, Falko Thieme, entdeckt worden. In einer weiteren Vor-Ort-Überprüfung am 18.11.03 stellten sich die vom Waldbesitzer in einer schriftlichen Stellungnahme dargelegte Gründe, wie Rotfäule in bestandesbedrohendem Ausmaß, als nicht stichhaltig heraus. Erschwerend kam hinzu, dass es sich um Fichten in einem Alter zwischen 44 und 62 Jahren handelte, die also kaum das von PEFC festgelegte Hiebsreifekriterium erfüllten. Dieser Fall ist ein Beleg für die Funktionstüchtigkeit von PEFC und widerlegt die irrige Annahme, dass PEFC-zertifizierte Betriebe bei Verstößen keine scharfen Sanktionen zu befürchten hätten. Waldbesitzer, die sich wie hier geschehen unkooperativ und uneinsichtig verhalten, müssen mit einem Zertifikatsentzug rechnen. Es darf aber nicht übersehen werden, dass die regionale Zertifizierung nach PEFC mehr ist als das Kontrollieren einzelner Forstbetriebe. Wir in der regionalen Arbeitsgruppe haben für Rheinland-Pfalz sogenannte Verfahren zur Systemstabilität entwickelt, die solche Abweichungen von den PEFC-Standards im Vorfeld verhindern sollen., sagte Dr. Wolfgang Schuh, Sprecher der regionalen PEFC-Arbeitsgruppe Rheinland-Pfalz.
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