2007 war für die 13 Mitgliedsländer des Europäischen Holzhandelsverbandes – FEBO ein gutes Jahr. In Ländern wie Finnland und Belgien waren die Wachstumszahlen sogar zweistellig. Die Baukonjunktur lief in vielen Ländern auf einem stabilen Niveau und trug zu einer zufriedenstellenden Umsatzentwicklung im Holzhandel bei. Dazu hat auch die lebhafte Nachfrage nach Produkten für den Ausbau und für den Renovierungsbereich seinen Teil beigetragen.
Diese Tendenz hat sich 2008 nicht fortgesetzt. Im Frühjahr wurde eine allgemeine Verschlechterung der Lage im Holzhandel deutlich fühlbar: Der Haus- und Wohnungsbau stockt in den meisten Ländern.
Als Gründe für die abschwächende Konjunktur nennen die Unternehmer die allgemein weltweit „ungünstige“ Situation : die sich abzeichnende Rezession in USA, die anhaltende Finanzkrise und die steigenden Öl- und Rohstoffpreise. Auch die steigende Inflationsrate, die in diesem Jahr in EU 27 die 3,2% Marke erreichen wird , wird sich auf die Kaufkraft der Bürger auswirken. Positive Impulse kommen jedoch nach wie vor aus dem Renovierungssektor und Ausbau. Bei Holzwerkstoffen, Gartenholzprodukte und auch bei Türen und Fenstern geht man für 2008 von gleichbleibenden bis steigenden Umsätzen aus.
Insgesamt gehen die Mitgliedsländer der FEBO für 2008 im besten Fall von gleichbleibenden Umsätzen aus.
Die diesjährige Mitgliederversammlung der FEBO fand im Rahmen der Internationalen Holzmesse – Carrefour International du Bois – vom 27. bis 29. Mai 2008 in Nantes statt.
Thema war die Auswirkungen der CE-Kennzeichnung auf den Holzhandel: diese muss für Holzprodukte im Holzhandel einfach und handelbar sein. So setzt sich die FEBO bei den zuständigen Europäischen Normungsausschüssen und Gremien für die Einzelkennzeichnung von Bauholzprodukten ein.
Ein weiteres Thema der FEBO war der Bedarf nach einer einheitlichen Kennzeichnung und Bezeichnung von Holz, Holzprodukten, Holzoberflächen und Imitaten in Europa. Der Holzhandel beobachtet bei der Produktauswahl seiner Endverbraucherkunden eine Verunsicherung in Bezug auf die heutige Vielfalt von Holz und Holzprodukten . Im Ausbau und im Möbelsektor gaben es in den letzten Jahren zahlreiche Innovationen bei den Verbundmaterialien : Holz und dessen Bestandteile sind nicht mehr ohne weiteres erkennbar, vor allem nicht, wenn sie in ein Fertigprodukt aufgehen. Auch wird Holz einerseits als Massivholzprodukt erlebt, aber auch andererseits verarbeitet zu Span-, Faser- oder Massivholzplatten, veredelt durch Furniere oder Folien.
Bei den Folien sind häufig Holzimitate zu beobachten, die was die Optik und Haptik betrifft immer perfekter und schwieriger von echt Holz zu unterscheiden sind. Hinzu kommen oft irreführende und unkorrekte Produktbezeichnungen, die den Endverbraucher verwirren: es werden Produkte als Holz bezeichnet, die kein Holz sind. Holznachbildungen werden nach Holzarten genannt ohne den Hinweis, dass es sich um ein Imitat handelt.
FEBO ist der Meinung, dass man den überforderten Verbraucher Hilfestellung geben kann durch eine korrekte Produktbezeichnung , aus der klar und deutlich hervorgeht, dass es sich um ein Echtholzprodukt handelt oder nicht. FEBO denkt über einen Leitfaden für den Verbraucher nach und ist hierbei auf Akzeptanz des Zentralverband der europäischen Holzindustrie – CEI Bois gestossen, um dieses Projekt gemeinsam in Angriff zu nehmen.
In Brüssel wird zur Zeit intensiv darüber nachgedacht, welche zusätzlichen Maßnahmen zur Verhinderung von illegalen Holzimporten in die EU erforderlich sind. „Wir beobachten diesen Entscheidungsprozeß in Brüssel wachsam und sind vor Ort , um die Interessen des importierenden Holzgroßhandels zu vertreten“ sagte Lutgart Behets-Oschmann, Generalsekretärin der FEBO in Nantes.
Der zweite Teil der Generalversammlung war eine gemeinsame Veranstaltung von FEBO und der französische Holzimportverband Le Commerce du Bois (LCB) rund um das Thema „Verantwortungsbewußte Einkaufspolitik im Europäischen Holzhandel“. Hier wurde gezeigt, wie der Holzhandel sich in UK und Frankreich aktiv engagiert und ernsthaft bemüht, „legales“ Holz zu importieren. Im Anschluss daran wurde eine Initiative des Europäischen Holzhandels - der Timber Trade Action Plan (TTAP) vorgestellt, die mit EU-Fördermitteln und mit der Unterstützung der europäischen Holzhandelsverbänden durchgeführt wird. TTAP bietet dem Holzhandelsunternehmen in Zusammenarbeit mit seinem Lieferanten vor Ort konkrete Hilfestellung, um den Nachweis der Legalität seiner Holzprodukte zu erbringen.
Die Vertreter der FEBO-Mitgliedsländern wählten in Nantes für 2009 und für 2010 eine neue Führung. Designiert wurde Franz-Josef Kall aus Aachen als Nachfolger des jetzigen FEBO-Präsidenten Géraud Spire aus Charleville-Mezières (F). Franz-Josef Kall ist seit vielen Jahren im Auftrag des Gesamtverbandes Deutscher Holzhandel Mitglied der deutschen Delegation in der FEBO .
Neuer Vizepräsident wird John White, Direktor der Timber Trade Federation, London (UK).
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