Der Ende April vom Holzcluster Tirol veranstaltete und vom ADLER-Werk Lackfabrik in Schwaz unterstützte Impulsworkshop Zukunft Holzfenster im Congress Igls war ein geballter Informations- und Erfahrungsaustausch von Fensterherstellern aus Tirol über die Zukunft des Holzfensters. Die aktuelle Situation des Holzfensters am Markt wurde hierbei genauso diskutiert wie die möglichen Maßnahmen, um das Holzfenster wieder besser zu positionieren. Die Teilnehmer waren sich einig: Das Holzfenster verdient einen höheren Stellenwert. Die Impulsreferate der Vortragenden zeigten, dass es viele Gründe gibt, warum der Absatz von Holzfenstern zunehmend rückläufig ist. Zu Unrecht, wie man sich einig ist. Dr. Keiler von ADLER-Lacke plädiert für ein gemeinsames Vorgehen der Holzfensterhersteller, um gemeinsam innovative Lösungen zu finden und die insbesondere im letzten Jahrzehnt verloren gegangenen Marktanteile wieder aufzuholen.
Für DI Thomas Anderl von der Holzforschung Austria darf das Holzfenster nicht zum Nischenprodukt werden. Die technischen Lösungen sind vorhanden, die praktische Umsetzung verlangt aber noch nach neuen, innovativen Wegen. Auf 10 Jahre Erfahrung im Rahmen der Initiative ProHolzfenster in Deutschland blickte Frau Nicole v. Oesen zurück. Sie sucht viele Fehler der Vergangenheit vor allem in der zu großen Technikverliebtheit, in der Vernachlässigung der Werbung und dem fehlenden Austausch der einzelnen Betriebe in der Branche. Holzfenster haben ein Imageproblem, so Frau von Oesen, der Markt ist da, er muss nur für das Holzfenster ergriffen werden. Produzieren allein ist zu wenig, es muss auch verkauft werden.
Zwei Beispiele für erfolgreiche Kooperationen wurden von Paulus Freisinger aus Ebbs, Optiwin der Fensterpakt, und Dr. Eckart Drössler aus Vorarlberg, die Venstermacher, vorgestellt. Beide sind sich einig: Gemeinsame Ziele, klare Spielregeln und ein zwischenmenschlicher Gleichklang sind die Basis für eine erfolgreiche Kooperation. Für Dr. Drössler ist klar, dass eine durch die Kooperation erwirkte Änderung in der Vorarlberger Wohnbauförderung den größten Schub für das Holzfenster nach sich zog. Die Lobbyarbeit für das Holzfenster, so sind sich die Teilnehmer des Workshops sicher, muss auch in Tirol vorangetrieben werden. Hierzu bietet eine lose Zusammenarbeit von Fensterherstellern im Rahmen des Holzcluster Tirol derzeit eine geeignete und gleichzeitig ausreichende Struktur. Der Holzcluster Tirol, so wurde vereinbart, wird hierzu in einem Folgeworkshop mit den Unternehmen entsprechende Vorschläge ausarbeiten und noch vor dem Sommer diskutieren sowie die weitere Vorgehensweise festlegen. Damit das Holzfenster auch in Zukunft wieder jene Bedeutung erlangt, die es verdient.
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