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Vom nicht platten Charakter des Holzes


29.06.07

“Man kommt ständig in Kontakt mit Holz“, meint Architekt Richard Manahl, der am liebsten mit „vorgefertigtem Plattenholz“ arbeitet. Sein Vortragspartner Architekt Walter Angonese spielt in seinen Werken auch mit Holz in seiner alltäglichen Dimension. Auftakt für einen spannenden Architekturabend von proHolz Tirol.

proHolz Tirol veranstaltete in Kooperation mit dem Stiftungslehrstuhl für Holzbau und dem Institut für Gestaltung – Studio 2 der Universität Innsbruck sowie mit der Kammer für Architekten und Ingenieurkonsulenten für Tirol und Vorarlberg am Montag, den 25. Juni 2007 an der Universität Innsbruck den Vortrag „Holz: Plattencharakter und Oberflächenreiz – vom Möbeldesign bis zur Baukonstruktion“. Walter Angonese aus Südtirol und Richard Manahl, ein gebürtiger Vorarlberger, ergänzten einander in ihren Vorträgen über Holzbau und -innenausbau und gestalteten so für zahlreiche Tischler, Architekten, Vertreter der Universität Innsbruck und viele weitere Holzbauinteressierte einen abwechslungsreichen Architekturabend. 

Holz mit Plattencharakter
Obgleich Richard Manahl nicht ausschließlich mit Holz arbeitet, stellt dieses Material jedoch einen wesentlichen Bestandteil seines Schaffens dar. Besonders gelungen ist für ihn ein aus Holz konstruiertes Haus, wenn Außen- und Innenschale eine Einheit bilden. Denn das Äußere eines Hauses sollte auch das Innere bestimmen, daher bedauert er es auch, wenn sich das Holz von außen nicht nach innen abzeichnet und z.B. mit anderen Materialien verkleidet wird. Gerade eine Holzverkleidung im Inneren kann den Raum seiner Meinung nach definieren und ihn zu etwas Speziellem machen.
Manahl schätzt am Holzbau vor allem die Arbeit mit vorgefertigten Plattenelementen, auch beispielsweise wabenförmig eingesetzt, durch die es möglich ist, in sechs Wochen zwei Häuser aufzustellen. Dieser herausragende Vorteil des Holzbaus ist für Manahl genauso bedeutungsvoll wie die Möglichkeit des mehrmaligen Auf- und Abbaus von Möbelstücken, wobei hier vor allem eine wunderbare Einfachheit einen besonderen Reiz darstellt.
Der in Wien ansässige Architekt präsentierte den Zuhörern Projekte wie das Freibad von Schruns und Gerichtsgebäude in der Steiermark sowie prinzipiell einfache Würfelhäuser aus Holz, die durch verhältnismäßig wenig architektonischen Einsatz zu räumlich hochkomplexen Gebilden avancierten.

Holz in seiner alltäglichen Dimension
Die Arbeitsweise des aus Südtirol stammenden Architekten Walter Angonese ist auf Kooperation aufgebaut. Die Umsetzung und Ausformulierung seiner Ideen im Bereich Innenausbau erfolgt demzufolge in Zusammenarbeit mit Tischlern. Gerade im Innenausbau legt Angonese Wert darauf, die Dimension Holz spürbar werden zu lassen, auch in seiner Alltäglichkeit, jedoch ohne jegliche Form von Stereotypie. Angonese betont vor allem die symbolische Bedeutung, die Materialien wie das Holz haben können, wie er sie stellvertretend anhand eines Weinkellers oder dem Zubau einer Kirche zeigt. Die Bauaufgabe bestimmt für ihn den Materialeinsatz und des öfteren ergibt sich hier gerade aus logischen Gründen der Baustoff Holz, beispielsweise bei einem Projekt am Karer See, bei dem auch die Nähe zum Sägewerk eine starke Bedeutung erfuhr.



News-ID: 08T7MNYK76

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