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Premiere: FSC zertifizierte Holzstämme aus Zentralafrika kommen in Deutschland an


19.09.06

Nordenham: Die erste Ladung nach Richtlinien des Forest Stewardship Council (FSC) zertifizierter Holzstämme aus Zentralafrika ist heute im norddeutschen Hafen Nordenham eingetroffen. Die 132 Kubikmeter Sapeli, Sipo and Acajou stammen aus der größten FSC-zertifizierten Waldkonzession im tropischen Afrika, aus der Republik Kongo.

Kabo ist eine von fünf Konzessionen, die von der Firma Congolaise Industrielle des Bois (CIB), gemanaged wird. Alle fünf Konzessionen umfassen insgesamt 1.3 Million Hectar Tieflandregenwald in der Nähe der Grenze des Kongo mit dem Kameroon und der Zentralafrikanischen Republik.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit hat für diese Konzession im Rahmen eines Public Private Partnership-Vorhabens die Erstellung eines modernen Managementplans unterstützt, der die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Belange der Waldnutzung gleichermaßen berücksichtigt. Karin Kortmann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unterstrich: 'Mit diesem erfolgreichen Kooperationsvorhaben senden wir ein Signal an die Privatwirtschaft, ihrer Rolle als Motor für nachhaltige Entwicklung vor allem in den gering besiedelten Regionen Afrikas gerecht zu werden.' Der Managementplan gibt richtungsweisende Empfehlungen zur nachhaltigen Waldwirtschaft auch für viele andere Waldgebiete Zentralafrikas. Er könnte eine positive Trendwende zum Schutz und zur pfleglichen Nutzung der artenreichen Naturwälder Afrikas einleiten, von der vor allem die Menschen in diesen Ländern profitieren sollen.

CIB ist Teil der DLH/tt-Timber Gruppe. Während der letzten sieben Jahren hat CIB unterstützt von vielen Partnern und Institutionen an einem nachhaltigen Management seiner Konzessionen gearbeitet. CIB plant die restlichen vier Konzessionen ebenfalls nach FSC Standards zu zertifizieren.

Auch der Tropical Forest Trust, ein Zusammenschluss von Unternehmen zur Förderung der nachhaltigen Bewirtschaftung von Tropenwäldern, hat seit März 2004 bei der Lösung der komplexen sozialen und ökololgischen Fragen in der Kabo Konzession geholfen. Am Schwierigsten war es sicher zu stellen, dass die Teilnahme an Entscheidungsprozessen für die indigene und lokale Bevölkerung gesichert ist. Durch die Umsetzung dieses Planes wurde Kabo die erste Forstkonzession in der Republik Kongo und die größte im Kongo Becken, die das FSC-Zertifikat für eine umweltgerechte, sozialverträgliche und ökonomisch tragfähige Nutzung der Wälder erhält.

Heiko Liedeker, FSC Executive Director, hat die Ankunft der zertifizierten Holzstämme aus Afrika in Deutschland begrüßt: *Es ist ein Meilenstein in Richtung gutes Forstmanagement in Zentralafrika.' Seit das erste FSC Zertifikat in der Region im Dezember 2005 vergeben wurde, ist das Interesse an FSC Zertifizierung im tropischen Teil Afrikas ständig gewachsen. *Es freut mich, dass immer mehr Unternehmen und Regierungen in Zentralafrika die FSC-Zertifizierung als ein ökonomisch sinnvolles Instrument erkennen, das helfen kann eine ökologische Wende einzuleiten und zur sozialen Entwicklung beizutragen', kommentiert Liedeker. *Ich hoffe CIB's Erfolg und der Verkauf der ersten Stämme sendet ein klares Signal an Holzproduzierende Länder in
Afrika: FSC ist machbar und funktioniert. Gemeinsam mit unseren Partnern unterstützen wir auch weiterhin afrikanische Unternehmen bei ihren Bemühungen den FSC Standard zu erfüllen und ihre Produkte zu vermarkten.' Im Kongobecken, dem Amazonas und auf Borneo stehen die letzten großen Gebiete tropischen Regenwaldes. Der Handel mit nachhaltig produziertem Holz ist ein wichtiges Element der Bemühungen den Raubbau durch illegale Abholzung und Umwandlung für Landwirtschaft zu verhindern. Weitere FSC-zertifizierte Holzprodukte aus Kabo werden im Laufe des Jahres in Europa eintreffen, wo eine starke Nachfrage nach FSC-zertifiziertem Tropenholz aus Afrika besteht.



News-ID: 08E3LQ4EWX

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