Zweimal Gold es ist noch nicht lange her, da haben deutsche Tischler und Schreiner gezeigt, dass sie weltklasse sind. Im Mai 2005 gewannen sie bei den Berufsweltmeisterschaften in Helsinki gleich zwei Goldmedaillen: Michael Martin aus Bayern siegte bei den Bautischlern, Stefan Treude aus Rheinland-Pfalz bei den Möbeltischlern. Qualifiziert hatten sich die beiden Jung-Gesellen durch ihren Sieg bei den deutschen Meisterschaften der Tischler und Schreiner, dem Bundesleistungswettbewerb. In diesem Jahr findet dieser spannende Wettkampf in den Beruflichen Schulen in Eschwege statt. Ausgerichtet wird er vom Bundesverband Holz und Kunststoff (BHKH). Reine Männersache? Keineswegs. Wie jedes Jahr sind unter den Teilnehmern der deutschen Meisterschaften der Tischler und Schreiner auch Frauen. Alle kämpfen unter denselben Bedingungen. Vom 7. bis 9. November gilt es: Die Jung-Gesellinnen und Jung-Gesellen müssen innerhalb von 18 Stunden ein Werkstück mit hohem Schwierigkeitsgrad fertigen. In diesem Jahr kommt es aus der Fachrichtung Bauschreiner.
Die jeweilige Ausführung des Werkstücks wird anschließend von einer Fach-Jury bewertet. Wer schnell war und handwerklich am saubersten gearbeitet hat, wird Bundessieger 2005. Doch nicht nur der Titel zählt. Es ist schon viel, dabei gewesen zu sein, erklärt Günter Füllgraf, Präsident des BHKH. Immerhin messen sich hier die besten Tischler und Schreiner eines Abschluss-Jahrgangs. Wer das geschickt in seine Bewerbung einbaut, hat beste Chancen, eine gute Gesellenstelle zu finden.
Der Praktische Leistungswettbewerb wird jährlich zunächst auf Innungs- und Handwerkskammerebene organisiert, dann auf Landes- und schließlich auf Bundesebene. Die Sieger kommen jeweils eine Runde weiter. Der Wettbewerb soll den Lehrlingen zeigen, dass Ausbildung sich lohnt und sie gleichzeitig motivieren, ihr Bestes zu geben, so Füllgraf.
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