Die Pfleiderer AG übernimmt die
Holzwerkstoff-Aktivitäten der Kunz Gruppe, Unterensingen. Einen entsprechenden
Vertrag haben beide Seiten am vergangenen Freitag Abend unterzeichnet. Der
Vollzug der Transaktion steht neben anderen Bedingungen noch unter dem Vorbehalt
der Zustimmung der Kartellbehörden in den relevanten
Märkten.
Die Pfleiderer AG erwirbt im Rahmen eines Share-Deals
die Holzwerkstoff-Aktivitäten der Kunz Gruppe in Deutschland, Kanada und den
USA, die im Geschäftsjahr 2004 bei einem weltweiten Umsatz von rund 556 Mio.
Euro ein EBITDA von knapp 85 Mio. Euro erzielt haben und 1.800 Mitarbeiter
beschäftigen. Im Zusammenhang mit dieser Transaktion erwirbt die Pfleiderer AG zusätzlich die Minderheitsbeteiligung der Classen Gruppe am MDF-Werk Baruth der Kunz Gruppe. Nicht Bestandteil der Transaktion sind die Folien- und Dekoraktivitäten der Kunz Gruppe in Deutschland (W.K.P. Württembergische Kunststoffplattenwerke GmbH & Co. KG) und Kanada (CDM Decor Papers, Inc.).
Der Kaufpreis für alle mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2005
erworbenen Anteile beträgt in der Summe rund 212 Mio. Euro. Zudem übernimmt die
Pfleiderer AG Bank- und Leasingverbindlichkeiten in Höhe von netto rund 267 Mio.
Euro.
Die Kunz Gruppe produziert derzeit in Deutschland an den Standorten Ebersdorf
und Gschwend rund 750.000 m3 Rohspan sowie im brandenburgischen Baruth rund
450.000 m3 MDF/HDF. In Nordamerika ist die Kunz Gruppe über ihre 100-prozentige
Tochtergesellschaft Uniboard Canada Inc., mit Sitz in Laval in der Provinz
Quebec, vertreten und erzielt dort etwa zwei Drittel des Gesamtumsatzes.
Uniboard produziert an neun Standorten (8 in Kanada, 1 in USA) Rohspan, MDF,
Laminatfußboden und oberflächenbeschichtete Holzwerkstoffe. Als einer der
wenigen integrierten Hersteller von Laminatfußboden ist Uniboard Canada Inc. in
Nordamerika Marktführer in diesem wachstumsstarken Segment.
Die Pfleiderer Holzwerkstoffe erzielten im Geschäftsjahr 2004 mit fünf
Standorten in Deutschland und zwei Werken in Polen ein Umsatzvolumen von knapp
760 Mio. Euro. Derzeit entsteht im russischen Novgorod ein neues
Holzwerkstoff-Werk, das bis zum Jahresende 2005 die Produktion aufnehmen
soll.
Nach der Zusammenführung der Holzwerkstoff-Aktivitäten beider Unternehmen
unter dem Dach der Pfleiderer Holzwerkstoffe strebt der Vorstand der Pfleiderer
AG für das Jahr 2006 in diesem Geschäftsbereich ein Umsatzvolumen von rund 1,4
Mrd. Euro und ein EBITDA von über 200 Mio. Euro an.
Mit der Akquisition reiht sich die Pfleiderer AG in den Kreis der weltweit
führenden Systemanbieter von Holzwerkstoffen für die Möbelindustrie und den
Innenausbau ein. Sie erschließt sich mit den Produkten und Vertriebsaktivitäten
der Kunz Gruppe insbesondere das Segment für Laminatfußböden und übernimmt in
Nordamerika ein Unternehmen, das seit über 20 Jahren eine führende Marktposition
innehat.
Für Hans H. Overdiek, Sprecher des Vorstandes der Pfleiderer AG, bedeutet die
Akquisition der Kunz Gruppe einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu neuem
Wachstum und einer weiteren Stärkung der Ertragskraft des Pfleiderer Konzerns,
an der die Aktionäre der Gesellschaft durch eine nachhaltige Steigerung des
Unternehmenswertes partizipieren werden: „Nach der gelungenen Übernahme der Kunz
Gruppe und dem erfolgreichen Start unseres neuen Werkes in Russland wollen wir
schon bald knapp 30 Prozent unseres Umsatzes in Nordamerika, und einen nahezu
ebenso hohen Anteil in Osteuropa erzielen. In diesen Märkten erwarten wir nicht
nur eine dynamischere Marktentwicklung, sondern auch deutlich höhere Margen als
in Deutschland. Aber auch hier im Inland erkennen wir eine klare Stärkung
unserer Marktposition sowie spürbare Synergieeffekte für eine höhere
Produktivität und verbesserte Kostenstrukturen.“
Für Dr. Wilhelm Dengler, Sprecher der Geschäftsleitung der Kunz Holding GmbH
& Co. KG, sind die auf solider Ertragskraft basierenden
Wachstumsmöglichkeiten in Nordamerika von besonderem strategischem Wert: „Das
vorrangige Ziel für die nahe Zukunft ist die Integration der
Holzwerkstoff-Aktivitäten der Kunz Gruppe in die Pfleiderer AG, die auf der
Basis des gemeinsamen Erfolgswillens rasch gelingen sollte."
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