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Forstwirtschaftrat befürchtet ohne Clusterstudie Gefahr für falsche Schlüsse aus der Bundeswaldinventur II


01.07.05

Die Bundeswaldinventur II hat deutlich gemacht, dass Holzvorrat und jährlicher Zuwachs in den deutschen Wäldern wesentlich höher liegen, als bisher angenommen wurde. Dies bietet gute Entwicklungsmöglichkeiten für die holzbe- und -verarbeitende Industrie und ist eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg der Charta für Holz, mit der der Holzverbrauch in Deutschland in den kommenden 10 Jahren um 20 % steigen soll.

Gestützt auf die Ergebnisse der Bundeswaldinventur sind insbesondere in Süddeutschland eine Reihe von Investitionsprojekten der Sägeindustrie angestoßen worden. Andere Branchen der Holzwirtschaft werden folgen oder planen Erweiterungsinvestitionen, die den Holzverbrauch in Deutschland weiter anwachsen lassen werden.

Unter der Überschrift: In Bayern könnte der Holzeinschlag um 30 % steigen wird im Holz-Zentralblatt Nr. 51 vom 26. Juni 2005 berichtet, dass nach einer Studie der Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft, die von Forstminister Josef Miller vorgestellt wurde, die Holzernte in Bayern um nachhaltig 5 Mill. Festmeter pro Jahr gesteigert werden kann. Es heißt dann weiter: Nutzungspotenziale sieht der Minister vor allem im Kleinprivatwald. Hier wurde in den zurückliegenden Jahren deutlich weniger Holz geerntet als nachgewachsen ist. Im Staats- und Körperschaftswald dagegen werden die Nutzungsmöglichkeiten weitgehend ausgeschöpft!

Das aufgezeigte Potenzial liegt also vorwiegend im Privatwald das hatte die BWI II bereits gezeigt. Die Nutzung steht allerdings unter dem Vorbehalt, dass der Rohstoff auch tatsächlich mobilisiert werden kann. In der Vergangenheit ist dies nicht gelungen. Der Deutsche Holzwirtschaftsrat (DHWR) fordert daher alle Beteiligten auf, größere Anstrengungen zu unternehmen, um der Holzwirtschaft die ausgewiesenen Rohstoffpotenziale anzubieten. Andernfalls droht die große Gefahr, dass aus der Bundeswaldinventur regional falsche Schlüsse gezogen werden und partielle Holzverknappungen drohen und dies in dem Land Europas mit umfangreichen Ressourcen!

Mit größter Verwunderung hat der Deutsche Holzwirtschaftsrat daher zur Kenntnis nehmen müssen, dass die im Rahmen der Charta für Holz beschlos-sene Ausschreibung des Bundes zu einer Clusterstudie vor kurzem ohne sachliche Begründung aufgehoben wurde. Mit den Ergebnissen dieser Untersuchung sollten belastbare Daten über nachhaltige regionale Ressourcen erfasst und darauf aufbauend Möglichkeiten für neue Kapazitäten (Cluster) aufgezeigt werden. Nach Auffassung des DHWR ist die Clusterstudie nach wie vor die zentrale Grundlage für weitere Einzelmaßnahmen im Rahmen der Charta für Holz.

Um schlimme Fehlentwicklungen zu vermeiden, muss die Blockade der Bundesregierung schnellstens beendet werden und die Auftragsvergabe auf der Grundlage der vorliegenden Ausschreibungs-Offerten unverzüglich erfolgern. Nur so können die großen arbeitmarktpolitischen, wirtschaftlichen und ökologischen Potentiale einer intensiveren Holznutzung in Deutschland nutzbringend ausgeschöpft werden.

 



News-ID: 08K3YLGJD7

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