Nach drei Jahren Aufschwung wird das Klima für die Hersteller von Fertighäusern wieder rauer. Die Mitglieder des größten Branchenverbandes BDF rechnen nach Angaben des Präsidenten des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau, Gerd Glenewinkel, in diesem Jahr mehrheitlich mit einem schwächeren Geschäft als im Vorjahr. Jeder zweite industrielle Hersteller von Holzfertighäusern meldet zu Jahresbeginn einen niedrigeren Auftragsbestand als noch im Januar 2004 und plant folglich eine geringere Produktion. Die Betriebe stellen sich auf einen mittelfristig schrumpfenden Baumarkt ein, in dem es vor allem Marktanteile der konkurrierenden Bauweisen zu erobern gilt. Eine gute Nachricht für die Bauherren sei, dass die Verkaufspreise für Fertighäuser wie schon im vergangenen Jahr weitgehend stabil bleiben würden. Inflationsbereinigt sind Fertighäuser 2004 sogar günstiger geworden.
Der Dämpfer trifft die Haushersteller nicht unerwartet, denn 2004 war mit mehr als 10.000 gebauten Ein- und Zweifamilienhäusern ein gutes Jahr für die Verbandsunternehmen. Denn anders als der übrige Bausektor hat die Branche ihren Umsatz um gut vier Prozent auf insgesamt 1,52 Milliarden Euro ausbauen können, und auch die Ertragslage hat sich verbessert. Dass diese Zahlen voraussichtlich so schnell nicht mehr erreicht werden, liegt zu einem Großteil am Tauziehen um die Eigenheimzulage, das der Bauindustrie seit zwei Jahren starke Vorzieheffekte beschert und die Produktion voll ausgelastet hat. Dieser Schub fällt nun weg, der rückläufige Trend ist absehbar.
|