Der Marktanteil der Fertigbauweise steigt und kann sich gegenüber seiner konventionellen Konkurrenz gut behaupten: Aktuell werden in Deutschland bereits 13,4 % aller Ein- und Zweifamilienhäuser in Fertigbauweise errichtet im vergangenen Jahr waren es noch 13,0 %.
Damit konnten sich die
Mitgliedsunternehmen des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau e.V. (BDF) von der
deutlich schlechteren Entwicklung der Bauindustrie insgesamt abkoppeln. Diese
positive Branchenlage spiegelt auch eine aktuelle Umfrage unter den 40
mittelständischen Mitgliedsunternehmen des BDF wider:
Fast jeder dritte Betrieb (31,3 %) stuft seine aktuelle Geschäftslage derzeit
als gut ein, weitere 50 % bewerten die Lage als befriedigend. Weniger als 20 %
(18,8) melden eine schlechte Geschäftslage. Auch in den kommenden sechs Monaten
rechnet keines der befragten Unternehmen mit einer Verschlechterung, fast ein
Viertel (21,9 %) jedoch mit einer Verbesserung, und die deutliche Mehrheit von
über 75 % (78,1 %) mit einer wenigstens gleich bleibenden Entwicklung.
Grund für diese insgesamt positive Einschätzung ist ein nach wie vor gutes
Auftragspols-ter. Die Werke der BDF-Mitgliedsunternehmen sind derzeit für die
nächsten 26 Wochen ausgelastet und haben damit die Produktion für das gesamte
Jahr 2005 bereits gesichert. Der Auftragseingang von Januar bis Mai 2005 liegt
bei den Unter-nehmen im Durchschnitt um 13,3 % über dem Vorjahreswert.
Der BDF erwartet für das Jahr 2005 einen Gesamtumsatz seiner Unternehmen von
1,42 Mrd. €. Das liegt etwa bei dem Volumen des Jahres 2003 (1,46 Mrd. €). Im
Jahr 2004 mit einem Umsatz von 1,52 Mrd. € (+ 4,1 %) muss eine entscheidende
Sonderkonjunktur berücksichtigt werden: Durch die Halbierung der Eigenheimzulage
für Neubauten ab dem Jahr 2004 ist es Ende 2003 zu einem erheblichen
Vorzieheffekt bei den Bauanträgen ge-kommen. Das ist auch der Grund, warum 2004
insgesamt rund 10.600 Fertighäuser gebaut worden sind (2003: 10.000) und diese
Zahl im Jahr 2005 voraussichtlich rund 9.900 Einheiten erreichen wird. Rechnet
man den Vorzieheffekt aus Umsatzentwicklung und Häuserzahlen heraus, hat die
Branche die aus dem Sondereffekt 2004 folgende, kurzfristige Konjunkturdelle
sogar besser verkraftet, als zu erwarten war. Tatsächlich liegt die
Fertighausindustrie stabil auf dem Niveau des Jahres 2003 und hat sich damit in
einem äußerst schwierigen Bauumfeld gut behaupten können. Die Zeichen für die
Zukunft sind durchaus positiv.
Welche Art Häuser werden gebaut: Nach wie vor ist das typische Holzfertighaus
ein Ein- oder Zweifamilienhaus. 7,9 % der Bauten sind so genannte Objekt- und
Wirtschaftsbau-ten – also beispielsweise Verwaltungs- oder Bürogebäude und
Kindergärten. Wirklich „typische“ Häuser – das zeigt die diesjährige Umfrage –
gibt es jedoch nur noch vergleichsweise selten. Zwei Drittel (66,7 %) aller
gebauten Fertighäuser werden heute individuell für die Baufamilie geplant.
Rechnet man die stärker typisierten Ausbauhäuser heraus, sind es sogar ca. 80 %
der schlüsselfertigen Häuser. Das Architektenhaus mit persönlicher Gestaltung
und individueller Raumaufteilung ist mittlerweile Standard geworden und löst das
Typenhaus der Vergangenheit immer mehr ab. Industrielle Vorfertigung und
architektonische Einzigartigkeit sind also keinesfalls Widersprüche, sondern
werden im modernen Eigenheimbau zunehmend vereint.
Und noch ein Trend: Der Anteil der Ausbauhäuser ist nahezu konstant und liegt
nach wie vor bei rund einem Drittel (31,8 % - Vorjahr 32,6 %). Damit begegnen
die Fertighausunternehmen den Wünschen der Kunden, in ihrem Haus selbst Hand
anzulegen. Die Liste der Eigenleistung reicht dabei vom Tapezieren, Bodenlegen
bis zum kompletten Innenausbau – ganz wie es das eigene Geschick und der
Geldbeutel ermöglichen.
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