Frauen in Entscheidungspositionen sind in der Bau- und Holzwirtschaft immer
noch rar. Das sind die berufliche Weiterbildung, der Erfahrungsaustausch
und das Knüpfen von Netzwerkkontakten wichtige Schritte auf dem Weg zu
verantwortungsvollen Funktionen und erfolgreicher Zukunftsgestaltung besonders
wichtig. Nicht zuletzt deshalb, weil auch in der Holzwirtschaft deutlicher wird,
dass die Branche inzwischen für immer mehr Frauen interessant geworden ist.
Ein internationales Branchenseminar für Frauen, braucht es so was in der
emanzipierten modernen Gesellschaft von heute noch? Diese Frage wurde am Rande
der zweitägigen Veranstaltung gleich mehrfach zum Thema gemacht. Besonders
deshalb, weil die Refe-ratsauswahl, unabhängig vom Geschlecht, für jeden
Unternehmensführer/führerin neue Erkenntnisse bereithielt und man sich zuweilen
mehr männliche Führungskräfte als Zuhörer gewünscht hätte. Die eindeutige
Antwort lautet: Ja. Bei der Beschränkung auf Teilnehmerinnen ging es nicht um
Emanzipation, sondern um den Umstand, dass Networking in Frauen- und
Männergesellschaften einfach nach ganz anderen Regeln funktioniert. Und dieser
Tatsache haben die Veranstalter und in besonderer Weise der Initiator der
Veranstaltung, Uwe Germerott, Professor an der Hochschule für Architektur, Bau
und Holz (HSB) in Biel (CH) in Meran in excellenter Weise Rechnung
getragen.
Das belegen auch Ergebnisse der Teilnehmerinnenbefragung: mehr
als 94 Prozent bewerteten die Auswahl der Themen, die Qualität der Organisation
und den Tagungsort mit sehr gut. Über 90 Prozent sprachen sich dafür aus, auch
die nächste Veranstaltung ohne männliche Partner und Kollegen durchzuführen.
Das in diesem Jahr am 24. und 25. Juni 2004 in Meran stattfindende 2.
Internationale Branchenseminar für Frauen aus der Holz und Bauwirtschaft,
schloss an die positiven Erfahrungen des ersten Treffens vor einem Jahr an und
lud erneut Frauen aus mittleren und höheren Positionen sowie Unternehmerinnen zu
einer Vortragsreihe mit insgesamt 13 unterschiedlichen Referats-Angeboten ein,
die, anders als die Herbstveranstaltung in Garmisch, allesamt nichts mit „Holz-
und Verarbeitungstechnik“ zu tun hatten.
Rund 90 Teilnehmerinnen waren der Einladung der Veranstalter (Fachhochschule
Rosenheim und Hochschule für Architektur, Bau und Holz-HSB, Biel) ins
schöne Meran gefolgt. Ihnen wurde in den beiden Veranstaltungstagen eine
interessante Auswahl an fundierten Fachbeiträgen aus Gesellschaft, Forschung und
Wirtschaft geboten. In
praxisnahen Referaten zu Management und Karriere, zur aktuellen Stellung der
Frau in Gesellschaft und Wirtschaft sowie zu erfolgsversprechenden
Unternehmensstrategien erfuhren die Teilnehmerinnen Nützliches für Ihre tägliche
Arbeit. In anschließenden Diskussionen mit den Referenten und Referentinnen
konnten die Themen vertief werden und aktuelle Bezüge zu den eigenen
Unternehmenssituationen hergestellt werden. Auf den Abendveranstaltungen wurde
vielfach der Grundstein für zukünftiges Networking geschaffen. Insbesondere für
die Studentinnen der Hochschulen, die das Angebot zur vergünstigten Teilnahme
wahrgenommen hatten, war die Veranstaltung eine ideale Plattform um Verbindungen
für ihre berufliche Zukunft zu knüpfen.
Auszug aus den Referatsthemen: “Führen von
Hochleistungsteams “,Anna Dollinger, Dipl. Psychologin, noesis,
D-Leonberg “Unternehmensnachfolge rechtzeitig regeln“; Petra Eckermann,
Eckermann-PR, D-Nottuln “Vom Patron zur Weiblichkeit„, Katharina Lehmann,
Geschäftsführerin Blumer-Lehmann AG, CH-Gossau “Balanced Leadership“, Dr.
Kirsten Gabriele Schrick, Unternehmensberaterin, D-München “Mehr Werte statt
Mehrwert“, Anita Fetz, Unternehmerin, Ständerätin, CH-Basel “CRM-Neue Wege im
Kundenmanagement“, Bettina Traxl, Leiterin CRM, Egger Gruppe, A-St. Johann
Der große Zuspruch – über 40 Prozent mehr Teilnehmerinnen gegenüber dem
Vorjahr - und die einhellig positive Beurteilung des Seminars hat die
Initiatoren in der Entscheidung bestärkt, die Veranstaltung als feste
Institution einzurichten. Zukünftig wird das Forum für Frauen aus der Holz- und
Bauwirtschaft immer am letzten Wochenende im Juni stattfinden. Wer die
lohnenswerte Veranstaltung beim nächsten Mal nicht versäumen will, sollte sich
schon jetzt den Termin fürs nächste Jahr in den Kalender eintragen: Donnerstag
und Freitag, den 23./24. Juni 2005, in Meran (Südtirol)
Wer die diesjährige Veranstaltung verpasst hat, kann die Referate in einem
eigens zusammengestellten Band nachlesen. Die Tagungsunterlagen vom 2. Intern.
Branchenseminar für Frauen 2004 (126 Seiten, Format: A4) herausgegeben von der
Hochschule für Architektur, Bau und Holz (HSB), Biel; sind zum Preis von CHF
45.-- (30 €), zzgl. Portokosten über das Internet zu beziehen: www.forumholzbau.com
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